Produktberatung: +49 271 23292-15

Eierkennzeichnung in Packstellen

Förderband in einer Packstelle mit sortierten Eiern, nach der automatischen Kennzeichnung.

Moderne Eier Packstelle mit automatisierter Sortierung, Kennzeichnung und Verpackung.

Fristen, Anforderungen und passende Drucktechnik

Wer Eier sortiert und verpackt, muss nicht nur auf Qualität, Gewicht und einen reibungslosen Ablauf achten. Auch die Kennzeichnung unterliegt klaren Vorgaben. Dabei spielt vor allem der Zeitpunkt eine wichtige Rolle.

Wie lange dürfen Eier vor der Kennzeichnung in der Packstelle bleiben? Welche Fristen gelten für Eier der Klasse A? Und was ändert sich bei „Extra“ oder „Extra frisch“?

Gerade bei hohen Stückzahlen wird damit auch die eingesetzte Kennzeichnungstechnik zu einem wichtigen Teil des Produktionsprozesses.

Stand der rechtlichen Angaben: August 2026.

Welche Kennzeichnung gehört auf das Ei?

Eier der Klasse A müssen grundsätzlich mit dem Erzeugercode gekennzeichnet werden. Dieser ermöglicht die Rückverfolgung des Eis bis zum Erzeugerbetrieb.

Ein typischer Erzeugercode sieht beispielsweise so aus:

1-DE-1234567

Die erste Ziffer gibt die Haltungsform an:

  • 0 = ökologische Erzeugung
  • 1 = Freilandhaltung
  • 2 = Bodenhaltung
  • 3 = Käfighaltung

Danach folgt der Code des Mitgliedstaates, beispielsweise „DE“ für Deutschland, sowie die individuelle Kennnummer des Erzeugerbetriebes.

Der Code darf dabei nicht nur irgendwie auf dem Ei vorhanden sein. Er muss leicht sichtbar, deutlich lesbar und mindestens 2 mm hoch sein.

Damit entstehen bereits klare Anforderungen an den Druck. Die verfügbare Fläche ist klein, die Oberfläche gewölbt und je nach Ei unterschiedlich. Gleichzeitig muss der Code auch bei hohen Produktionsgeschwindigkeiten zuverlässig lesbar aufgebracht werden.

Wann muss ein Ei gekennzeichnet werden?

Grundsätzlich sieht die europäische Vermarktungsnorm vor, dass die Kennzeichnung mit dem Erzeugercode bereits in der Produktionsstätte erfolgt. Die Mitgliedstaaten können jedoch unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen zulassen, bei denen die Kennzeichnung erst in der ersten Packstelle erfolgt.

Deutschland macht von dieser Möglichkeit Gebrauch.

Eine Kennzeichnung in der Packstelle ist unter anderem möglich, wenn sich Produktionsstätte und Packstelle auf demselben Betriebsgelände befinden. Sie kann auch in der ersten Packstelle erfolgen, wenn die Produktionsstätte nicht über eine automatisierte Eiersammlung verfügt oder wenn die Kennzeichnung aus technischen Gründen vorübergehend nicht möglich ist.

Dabei gibt es jedoch eine besonders wichtige Vorgabe:

Die Kennzeichnung muss unverzüglich nach der Anlieferung in der Packstelle erfolgen.

Für Packstellen bedeutet das: Wird der Erzeugercode erst dort aufgebracht, ist die Kennzeichnung kein beliebig verschiebbarer Arbeitsschritt. Sie muss direkt in den Prozess integriert sein.

10 Tage, 4 Tage oder unverzüglich? Die wichtigsten Fristen

Neben der unmittelbaren Kennzeichnung nach der Anlieferung gibt es weitere Fristen, die für den Ablauf einer Packstelle relevant sind.

Eier der Klasse A: innerhalb von 10 Tagen

Eier der Klasse A müssen innerhalb von zehn Tagen nach dem Legen sortiert, gekennzeichnet und verpackt werden.

Diese Zehn-Tage-Frist beschreibt den gesamten Prozess vom Legen bis zum Sortieren, Kennzeichnen und Verpacken.

Sie ist jedoch nicht mit der zuvor genannten Regelung zu verwechseln. Werden Eier aufgrund einer zulässigen Ausnahme erst in der Packstelle mit dem Erzeugercode gekennzeichnet, muss dies trotzdem unverzüglich nach der Anlieferung geschehen.

„Extra“ und „Extra frisch“: innerhalb von 4 Tagen

Noch enger ist der Zeitrahmen bei Eiern, die mit den Qualitätsangaben „Extra“ oder „Extra frisch“ vermarktet werden sollen.

Diese Eier müssen bereits innerhalb von vier Tagen nach dem Legen sortiert, gekennzeichnet und verpackt werden.

Die Begriffe „Extra“ und „Extra frisch“ dürfen außerdem nur bis zum neunten Tag nach dem Legedatum verwendet werden. Das Legedatum und die Frist von neun Tagen müssen auf der Verpackung deutlich sichtbar und gut lesbar angegeben werden.

Gerade bei solchen Produkten bleibt damit nur wenig Spielraum für Verzögerungen im Produktionsprozess.

Mindesthaltbarkeitsdatum: maximal 28 Tage

Das Mindesthaltbarkeitsdatum wird zum Zeitpunkt der Verpackung angebracht.

Bei Hühnereiern darf das Mindesthaltbarkeitsdatum höchstens 28 Tage nach dem Legedatum liegen. Gleichzeitig müssen die Eier innerhalb von maximal 28 Tagen nach dem Legen an den Verbraucher abgegeben werden.

Damit greifen in der Packstelle mehrere zeitliche Vorgaben ineinander.

VorgabeFrist
Klasse-A-Eier sortieren, kennzeichnen und verpackeninnerhalb von 10 Tagen nach dem Legen
„Extra“ / „Extra frisch“ sortieren, kennzeichnen und verpackeninnerhalb von 4 Tagen nach dem Legen
Verwendung „Extra“ / „Extra frisch“bis zum 9. Tag nach dem Legen
Kennzeichnung in der Packstelle bei zulässiger Ausnahmeunverzüglich nach Anlieferung
Maximales MHD bei Hühnereiern28 Tage nach dem Legen

Was bedeutet das für eine Packstelle?

Auf dem Papier sind Erzeugercode und Fristen schnell erklärt. In der Produktion muss die Kennzeichnung aber unter deutlich anspruchsvolleren Bedingungen funktionieren.

Ein Ei bietet nur eine kleine Druckfläche. Dazu kommt eine gewölbte Oberfläche. Größe, Position und Farbe der Eier können variieren. Gleichzeitig laufen moderne Sortier- und Packprozesse mit hohen Stückzahlen.

Ein Kennzeichnungssystem sollte deshalb nicht nur einen lesbaren Code erzeugen. Es muss sich zuverlässig in den vorhandenen Produktionsablauf integrieren lassen.

Auch die gesetzlichen Anforderungen an Packstellen gehen in diese Richtung. Zugelassene Packstellen müssen über die für eine ordnungsgemäße Behandlung der Eier notwendigen technischen Anlagen verfügen. Dazu gehören gegebenenfalls ausdrücklich auch Geräte zum Kennzeichnen der Eier.

Warum wird CIJ für die Eierkennzeichnung eingesetzt?

Für die direkte Kennzeichnung von Eiern hat sich unter anderem das Continuous-Inkjet-Verfahren, kurz CIJ, etabliert.

Beim CIJ-Druck wird die Tinte berührungslos auf die Oberfläche aufgebracht. Dadurch können auch gewölbte und unebene Produkte während der laufenden Produktion gekennzeichnet werden. WOLF-Signiertechnik bietet beispielsweise spezielle CIJ-Systeme an, die ausdrücklich für die Kennzeichnung von Eiern und die Integration in Eiersortieranlagen entwickelt wurden.

Das berührungslose Druckverfahren ist bei Eiern besonders interessant. Das Produkt muss für den Druck nicht mechanisch belastet werden und der Druckkopf benötigt keinen direkten Kontakt zur Eierschale.

Für eine Packstelle sind dabei vor allem folgende Punkte entscheidend:

  • zuverlässige Lesbarkeit des Erzeugercodes
  • gleichmäßige Positionierung auf der Eierschale
  • Verarbeitung hoher Stückzahlen
  • geeignete Tinte für die Anwendung
  • geringe Stillstandszeiten
  • einfache Integration in die vorhandene Sortier- und Packtechnik

Die eigentliche Druckgeschwindigkeit ist daher nur ein Teil der Lösung. Entscheidend ist, dass Kennzeichnungssystem und Gesamtanlage zuverlässig zusammenspielen.

Die richtige Tinte gehört zur Kennzeichnungslösung

Nicht nur der Drucker entscheidet über ein gutes Ergebnis. Auch die eingesetzte Tinte muss zur Anwendung passen.

Eierschalen stellen aufgrund ihrer Oberfläche besondere Anforderungen an die Kennzeichnung. Gleichzeitig befindet man sich im Lebensmittelbereich. Für die Eierkennzeichnung stehen deshalb speziell auf diese Anwendung ausgelegte Tinten zur Verfügung. Hersteller wie LEIBINGER bieten für entsprechende Systeme unterschiedliche Eierschalentinten und Farben an.

Welche Kombination aus Drucksystem und Tinte geeignet ist, sollte deshalb immer anhand der tatsächlichen Anwendung betrachtet werden.

Dabei spielen beispielsweise die Eiersorte, die gewünschte Druckfarbe, die Produktionsgeschwindigkeit und die vorhandene Anlage eine Rolle.

Eierkennzeichnung zuverlässig in die Packstelle integrieren

Die gesetzlichen Vorgaben machen die Kennzeichnung zu einem festen Bestandteil des Produktionsprozesses. Besonders deutlich wird das dort, wo Eier erst in der Packstelle gekennzeichnet werden dürfen und der Erzeugercode unverzüglich nach der Anlieferung aufgebracht werden muss.

Ein passendes Kennzeichnungssystem muss deshalb nicht nur drucken können. Es muss zur Geschwindigkeit, zum Aufbau und zu den Abläufen der jeweiligen Packstelle passen.

WOLF-Signiertechnik unterstützt bei der Auswahl und Integration industrieller Kennzeichnungssysteme für die Eierkennzeichnung. Dabei betrachten wir nicht nur den Drucker, sondern die komplette Anwendung. Von der geeigneten Tinte über die Einbauposition bis zur Integration in bestehende Sortier- und Packprozesse.

Sie möchten eine bestehende Eierkennzeichnung modernisieren oder ein Kennzeichnungssystem in Ihre Packstelle integrieren?

Gerne schauen wir uns Ihre Anwendung gemeinsam mit Ihnen an und prüfen, welche Lösung technisch sinnvoll ist.

Historische Wolf Stempelfabrik in der Frankfurter Straße

Neugierig geworden?

Mehr über unsere Geschichte und unser Unternehmen erfahren Sie hier!

Mehr über WOLF-Signiertechnik
Industriell beschrifteter grauer Kolben von Wolf Signiertechnik

Exzellente Beschriftung und Markierung von Produkten und Verpackungen

Heulender Wolf als Kontakt-CTA für Wolf Signiertechnik

Rufen Sie die Profis.

Wir stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

+49 271 23292-15

Kontakt aufnehmen
Produkte
Anfrage