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Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD)

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) bezeichnet auf Lebensmittel- und Getränkeverpackungen das Datum, bis zu welchem Termin ein Hersteller bestimmte Eigenschaften garantiert. Zu diesen Eigenschaften gehören unter anderem der spezifische Geschmack, der Geruch, die Farbe und der Nährstoffgehalt. Das MHD stellt kein Verfallsdatum dar, sondern eine Qualitätsgarantie der Produzenten. Unter sachgerechter Aufbewahrung versteht man die Lagerung unter den vom Hersteller empfohlenen Bedingungen. Dies kann eine kühle Temperatur oder der Schutz vor direktem Sonnenlicht sein. Ein Lebensmittel oder Getränk bleibt bei richtiger Lagerung ohne Geschmacks- und Qualitätseinbußen genießbar. Qualitätseinbußen bedeuten, dass sich unter anderem die Konsistenz verändert oder Vitamine verloren gehen.

Nahaufnahme des aufgedruckten Mindesthaltbarkeitsdatums auf einem Apfelmusdeckel

Da es sich um ein Mindesthaltbarkeitsdatum handelt, verzehren Verbraucher das Nahrungsmittel in der Regel auch nach dem gekennzeichneten Datum noch bedenkenlos. Der MHD Aufdruck dient primär der rechtlichen Absicherung der Unternehmen gegenüber den Kunden. Oft behalten Produkte ihre volle Qualität noch über Wochen oder Monate nach dem Ablauf. Der Begriff „einwandfrei“ bedeutet hier, dass das Produkt keine gesundheitlichen Risiken birgt und geschmacklich überzeugt. Konsumenten prüfen die Genießbarkeit nach dem Datum am besten selbst durch Sehen, Riechen und vorsichtiges Probieren. Das MHD unterscheidet sich deutlich vom Verbrauchsdatum, welches Firmen für leicht verderbliche Waren wie Hackfleisch oder Fisch verwenden. Nach dem Verbrauchsdatum drohen echte Gefahren durch Bakterien, während das MHD lediglich eine Orientierung für die optimale Beschaffenheit bietet.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum gilt nur für verschlossene Originalpackungen. Geöffnete Lebensmittelverpackungen führen dazu, dass Sauerstoff, Feuchtigkeit und Mikroorganismen in das Nahrungsmittel eindringen und es verderben können.

In Deutschland ist das Mindesthaltbarkeitsdatum durch die EU-Lebensmittelinformationsverordnung (EU) Nr. 1169/2011 geregelt. Artikel 24 und Anhang X bestimmen, wie das Mindesthaltbarkeits- und das Verbrauchsdatum anzugeben sind. Demgegenüber muss auf Medikamentenverpackungen ein Verfallsdatum angegeben werden, in Deutschland muss das Datum gemäß §10 Abs.1 Nr.9 Arzneimittelgesetz (AMG 1976) mit dem Hinweis „verwendbar bis“ oder der Abkürzung „verw. bis“ angegeben werden. Nach Ablauf des Verfallsdatums sollten diese nicht mehr genutzt werden.

MHD Drucker für Lebensmittel und Verpackungen

Ein MHD-Drucker ist ein industrielles Kennzeichnungssystem, das variable Mindesthaltbarkeitsdaten direkt auf Lebensmittelverpackungen druckt. Er wird in die Abfüll- oder Verpackungslinie integriert und kennzeichnet jedes Produkt im laufenden Produktionsprozess. Ein Sensor oder die Maschinensteuerung löst den Druck im richtigen Moment aus.

Das Datum wird als variables Feld im Druckbild hinterlegt und kann anhand der festgelegten Haltbarkeit automatisch aktualisiert werden. Gleichzeitig lassen sich Chargennummern, Produktionszeiten oder Linienkennzeichnungen ergänzen.

Der Begriff MHD-Drucker bezeichnet kein bestimmtes Druckverfahren. Welches System und welche Tinte geeignet sind, richtet sich nach der Verpackungsoberfläche, dem Produktionsablauf und den Anforderungen an die Haltbarkeit des Aufdrucks.

Drucksysteme in der Praxis

Die Anforderungen an einen MHD-Drucker unterscheiden sich je nach Verpackung und Produktionsprozess. Die folgenden Beispiele zeigen die schnelle Kennzeichnung von Deckelfolien und einen beständigen MHD-Druck auf Metalldeckeln, die anschließend einen Autoklavenprozess durchlaufen.

MHD-Drucker kennzeichnet Dessertbecher in einer laufenden Produktionslinie

Mindesthaltbarkeitsdatum auf Deckelfolie drucken

Dieses Praxisbeispiel zeigt die Kennzeichnung von Dessertbechern direkt in einer getakteten Produktionslinie. Die in die Anlage integrierten MHD Drucker arbeitet mit zwei parallel angeordneten Druckköpfen. Dadurch können zwei Becherreihen gleichzeitig mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum und weiteren variablen Produktionsdaten gekennzeichnet werden.

Sobald die Becher ihre Druckposition erreicht haben, fahren die beiden Druckköpfe von links nach rechts über die Deckelfolien. Anschließend bewegt sich die Becherlinie einen Takt weiter. Beim nächsten Druckvorgang fahren die Druckköpfe in entgegengesetzter Richtung von rechts nach links und kennzeichnen die nächsten Becher.

Durch dieses bidirektionale Drucken wird sowohl der Hin- als auch die Rückweg für die Kennzeichnung genutzt. Unproduktive Leerfahrten entfallen, wodurch sich die Taktzeit verkürzt und eine hohe Ausbringung erreicht wird.

MHD auf einem Apfelmusglas

Auch glatte, nicht saugfähige Oberflächen lassen sich direkt beschriften. Bei diesem Apfelmusglas bringt ein MHD-Drucker das Mindesthaltbarkeitsdatum und einen zusätzlichen Produktionscode auf den lackierten Metalldeckel auf.

Da das gefüllte Glas anschließend einen Autoklavenprozess durchläuft, kommt eine speziell dafür geeignete Tinte zum Einsatz. Sie widersteht den hohen Temperaturen, der Feuchtigkeit und den Druckbedingungen während der thermischen Behandlung. Dadurch bleibt die Kennzeichnung auch nach dem Autoklavieren gut lesbar und haftet zuverlässig auf dem Deckel.

Mindesthaltbarkeitsdatum auf dem grünen Metalldeckel eines Apfelmusglases

Welcher Drucker passt zur Anwendung?

Abhängig von Verpackungsmaterial, Stückzahl und Produktionsablauf kommen unterschiedliche MHD-Drucker infrage:

  • CIJ-Drucker kennzeichnen Glasflaschen, Dosen, Folien und Kunststoffverpackungen berührungslos – auch bei hohen Produktionsgeschwindigkeiten.
  • TIJ-Drucker erzeugen hochauflösende Drucke auf Kartons, Etiketten und präzise geführten Verpackungen. Sie eignen sich besonders für gut lesbare Texte, Barcodes und 2D-Codes.
  • Thermotransferdrucker drucken MHD, Charge und weitere Angaben direkt auf flexible Verpackungsfolien in Schlauchbeutelmaschinen und Flowpackern.
  • Mobile Handdrucker bieten eine flexible Lösung für kleine Stückzahlen, wechselnde Produkte und Betriebe ohne automatische Produktionslinie.

Welches Verfahren am besten geeignet ist, hängt von der Oberfläche, der Druckposition und den Bedingungen in der Produktion ab. Ein Drucktest auf der Originalverpackung schafft hier Sicherheit.

Synonyme

Ablaufdatum

Verfallsdatum/Verfalldatum

Verbrauchsdatum

Fälligkeitsdatum

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